Gegen den Sturm – Im Faltboot von der Havel in die Elbe

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TAG 1

Von Berlin nach Brandenburg ist es ein Katzensprung. Immer wieder faszinierend, wie schnell man aus dem Großstadtstress am Alexanderplatz, über den ich meinen Faltbootkarren zum Bahnhof gezogen habe, in die Brandenburgische Ländlichkeit und Stille gelangt. Eine knappe Stunde nur habe ich gebraucht. Und von Brandenburg sind es nochmals 20 Minuten bis Pritzerbe. Hier wird die Havel, nachdem sie den Plauer See passiert hat, wieder schmalerer Fluss, bevor sie 70 Kilometer weiter bei Havelberg in die Elbe mündet. Keine Seen, keine Kanäle, nur um die Haupthavel meandernde Altarme, mal abgetrennt, mal verkrautet, mal als Refugium vor Ausflugsdampfern, Partyflößen und Motorbooten.

In Pritzerbe hebe ich den Eckla-Bootskarren aus dem Waggon der ODEG und stelle erstmal fest, dass auf beiden Rädern keine Luft mehr in den Schläuchen ist. Hatte mich in Berlin schon gewundert, dass er beim Ziehen so waberte. Ein Wunder, dass der Wagen sich trotz leerer Schläuche überhaupt ziehen ließ. Die Mäntel der Räder sind dick und lastentauglich. Aber ich will nichts riskieren. Die Räder gehören aufgepumpt. Als ich in der Ortsapotheke nach Sonnencreme und einem Automechaniker frage, drückt mir die Apothekerin prompt eine Fahrradpumpe in die Hand und – voila! – ich kann die restlichen Kilometer zur Havel problemlos zurücklegen.

Bei der Marina öffnet mir der Besitzer das Eingangstor zur Wiese mit sandiger Einsatzstelle und verschließt es gleich wieder hinter mir. Ich müsse ja nicht mehr raus, oder? Nö. Von hier an Fluss. Gegen Mittag ist das Nautiraid aufgebaut, alles verstaut und ich stoße ab. Die Strömung geht gegen null. Schon bei leichtem Gegenwind muss man paddeln, um nicht stromaufwärts getrieben zu werden.

 

Endlich wieder auf dem Wasser. Baumbuschige Ufer, Haufenwolken, blauer Himmel und die Wasserstraße vor mir. Nach ein paar Kilometern komme ich bei der Schleuse Bahnitz an. Handbetrieb, kein Problem, wie mir am Schleusen-Telefon versichert worden war. Leider ist sie für Einerboote komplett ungeeignet, da sich das Boot von oben nicht per Leine durch die Schleuse führen lässt. Mit Hilfe eines älteren Paddlers ziehen wir erst sein Boot, dann meins die steile Böschung hinauf, wonach ich es mit dem Eckla-Wagen hinüber zur Einsatzstelle rolle.

Herrliche Sonne, leichte Brise und Gezwitscher, Gesang, Geschnatter und Gekrächz aus unzähligen Vogelhälsen. Enten, Graureiher, Kormorane. Eine Schar Graugänse nimmt Reißaus, fliegt laut krakelend vor mir über den Fluss. Als ich zur anderen Seite blicke, sehe ich eine zurück gebliebene Gans mit einer Schar Junggänse klammheimlich im Ufergebüsch verschwinden. Ein Ablenkungsmanöver also.

 

Vorbei an Premnitz, das man gut an den groß an der Promenade aufgestellten den Buchstaben mit dem Ortsnamen erkennt. Leute auf der Uferbank trinken Bier. Eine Vision von mit selbst am abendlichen Lagerfeuer mit selbigem Getränk. Bei Milow mache ich daher am KSV Premnitz halt und frage in die Runde, ob man hier Bier erwerben könne. Ein kleines Mädchen wird losgeschickt. Was es denn koste, frage ich die Erwachsenen, als sie zurückkommt. „Das kostet nichts!“, erwidert die Kleine bestimmt. Oh, ziehe ich die Augenbrauen hoch, ob ich denn was in die Kaffeekasse tun könne, frage ich etwas verunsichert, mit dem Blick zwischen Erwachsenen und Kind hin und herwechselnd. „Ja, da drüben im Bootshaus!“ kommt es wie aus der Pistole vom Kinde. Als ich zurückkomme, Bierflasche in der Hand, fixiert sie mich bereits: „Das kann man mit dem Paddel aufmachen!“ Kennt sich voll aus, die Kleine, gebe ich erstaunt in die Runde. Ja ja, das schaue die sich alles ab. Bis Rathenow, meinem heutigen Ziel, ist es noch eine gute Stunde. Wassergrundstücke und Grillplätze ziehen am Ufer vorüber, außerhalb der Ortschaften gibt es kaum offene Felder, fast nur Bäume. Manche davon sind abgestorben und stehen da wie skelettene Denkmale ihrer selbst. Aussichtstürme für Milane und Silberreiher.

Rathenow kündigt sich zuerst durch seinen Kirchturm zwischen den Baumkronen an. Kurz darauf unterquere ich drei Brücken, dann biege ich rechts ab, vorbei an zwei Wehren und idyllisch gelegenen Wassergrundstücken, zur Kahnschleuse. Ein älterer Herr, der gerade Grünzeug in seine Komposttonne wirft, bietet mir an, ich könne auch bei ihm umtragen, es seien nur 50 Meter. Wahrscheinlich nimmt er an, ich mache einen Tagesausflug und könne mein Boot eben mal mit einer Hand anheben, denke ich mit Blick auf seinen hohen Steg. Ich winke dankend und komme als letzter an diesem Abend noch knapp durch die Kahnschleuse. Ein Anruf bei der Nummer auf dem Schild vor dem Schleusentor und schon öffnet es sich.

Rathenow in der Abendsonne. Ältere Herrschaften auf Gartenstühlen und am Grill, die mit unbewegten Mienen den Bootsverkehr (mich) beäugen. Die Ortsjugend am Ufer wirft Pflastersteine ins Wasser und bespritzt so bespritzt die Ortsjugend im Ruderkahn. Großes Gejohle. Ich gleite vorbei, durch den verunreinigten Stadtfluss, und lasse Rathenow hinter mir. Ich bin ziemlich durch und möchte nur noch einen Ort zum Campieren finden. Bald finde ich eine perfekte Stelle an einem alten verwachsenen Baum wie aus einem Tolkien-Buch. Leider steht hier ein Schild, das Zelten und Feuer machen verbietet, direkt neben einer großen Feuerstelle. Zu allem Überfluss lässt die Dorfjugend jetzt auch noch eine schnarrende Drohne in meine Richtung fliegen, also weiter. Zwanzig Minuten weiter bin ich da: Strand, Feuerstelle und flaches Gras unter überhängenden Weidenbäumen. Ich ziehe das Boot an Land, schlage mein Lager auf, springe kurz in den Fluss und öffne bald am prasselnden Feuer mein erworbenes Bier. Allerdings nicht mit dem Paddel. Zwei Stunden später schaue ich auf zum Großen Wagen über dem Fluss. Als ich wieder hinunter blicke, schwimmt ein Biber an mir vorbei.

TAG 2

Ich werde von einem behäbigen Rascheln draußen am Zelt geweckt. Keinen halben Meter vor dem Eingang sitzt ein pelziger, nasser Hintern im Gras. Das ist aber ’ne große Katze, denke ich, bis ich den grauen Fischschwanz sehe. Der Biber von gestern schlurft durch meine verstreute Campingausrüstung. Als ich mit der Kamera auf ihn zielen will, verschwindet er allerdings erstaunlich schnell im Dickicht, so dass ich nur ein verwackeltes Beweisfoto hinbekomme. Wie von Ufos oder dem Yeti.

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Ufo/Yeti-Style-Foto: Der Biber existiert! Warum glaubt mir nur niemand?!

Der Morgen ist herrlich still. Nur ab und zu dröhnt eine dumpfe Detonation vom nahen Truppenübungsplatz Göttlin herüber. Müsli und Kaffee. Die ersten Rentnerjachten tuckern vorbei. Den ganzen Tag unbeweglich im Motorenlärm. Wäre ich König – und als Stille suchender Paddler möchte man es oft genug sein – würde ich motorenbetriebene Fahrzeuge auf Gewässern unter einer Quadratmeile verbieten.

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Partyflöße! Leider gibt es Faltboote bislang nur ohne Bord-Torpedos.

Ich blicke mich noch einmal um, um sicherzugehen, dass ich nichts zurück gelassen habe. Dann stoße ich ab und paddle in den neuen Tag. Heute knallt die Sonne. Blöderweise habe ich nur einen kleinen Rest Sonnenblocker aus der Probepackung der Apotheke übrig und das Wasser verstärkt die Strahlung noch. Ich verteile eine hauchdünne Schicht auf allen exponierten Stellen. Tagesziel heute: Gülpe oder Havelberg. Gülpe, wegen den wenigen künstlichen Lichtquellen in der Gegend, dunkelster Ort Deutschlands, wäre ein toller Ort zum Übernachten. Aber im Laufe des Tages sollen Wolken aufziehen, also hat sich das Sternengucken erledigt. Bei Havelberg mündet die Havel in die Elbe und morgen soll es windig werden. Also besser heute noch Kilometer fressen.

Ortschaft Grütz. Im „Havelblick“ möchte ich meine Wasserflaschen auffüllen. Man schaut mich misstrauisch an. Scheinen nicht viele Paddler vorbeizukommen hier. Ich frage lächelnd nach Bier. Die Bardame verkauft mir mürrisch welches, als nähme ich ihr etwas weg. Ich paddle weiter, auf der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Als ich ihren Schwimmern zu nahe komme, rufen mir ein paar Angler denn auch etwas in einem mir völlig unverständlichen Sächsisch zu. Pause und Pommes im Schiffsrestaurant Molkenberg. Hier zweigt die Gülper Havel von der Havel ab zum Naturschutzgebiet Gülper See, bevor sie dahinter wieder auf die Haupthavel trifft. Leider ist sie nur saisonal befahrbar, und zwar ab morgen, meinem Geburtstag. Das ist zwar nett gemeint, nützt mir heute aber wenig.

Am Nachmittag liegt die Schwüle wie eine fette Wolldecke über dem Fluss. Dazu gesellt sich ein sanfter Rückenwind. Ich verfalle augenblicklich in Faulheit, lege die Füße auf’s Verdeck und lasse mich treiben. Kuckucks rufen einander über den Fluss hinweg zu, Frösche quaken im Gebüsch, Fische springen nach Insekten. Ein Bambi-Reh grast am Ufer und blickt mich aus großen Disney-Augen an. Ich kneife mich kurz: alles Realität.

Von Westen her weht es jetzt frischer. Die Wolken ziehen sich zusammen in Vorbereitung auf das angekündigte Gewitter. Ich ziehe die nächsten Kilometer durch, bis zur Garzer Schleuse. Ein Anruf in der Rathenower Schleusenzentrale und ich bin – nun ja – durchgeschleust. Am Abend liegt der Fluss spiegelglatt unter den von rötlichem Licht durchbrochenen Wolken. Hier und da ein Motorboot, ein Angler, sonst nur die abendliche Betriebsamkeit der Tierwelt. Die Wasseroberfläche ist so still, dass Bäume und Böschung sich perfekt darin spiegeln.

 

Hinter Garz finde ich einen Lagerplatz mit gleich zwei Sandstränden, Bäumen und Wildnis im Rücken. Ein Hornissennest gehört auch dazu, bemerke ich, als das Lager bereits aufgeschlagen ist. So wird es nicht langweilig. Beim Baden im Fluss zieht über mir ein mächtiges Surren hinweg. Hunderte Graugänse fliegen ins nahe Sumpfgebiet und lassen sich dort laut schnatternd nieder. Auch ein Biber zieht wieder seine Runden im Wasser. Es ist absolut still. Dann taucht der Biber ab. Kurz darauf fallen die ersten dicken Regentropfen. Fast zeitgleich braust von Westen her ein Sturm auf, der das Wasser aufpeitscht und die Bäume bedenklich in Bewegung bringt. Eine Weile schaue ich – Bier nonchalant in der Hand – gebannt dem Getöse zu. Dann türme ich ins Zelt, in meinen Ein-Personen-Sarg, während draußen das Unwetter losbricht.

TAG 3

Beim Aufwachen dröhnt und wabert mein Kopf, die Augen sind lichtempfindlich und wollen immer wieder zufallen. Dazu gesellt sich eine gepflegte Übelkeit. Scheinbar ein Sonnenstich von gestern, dank hauchdünnem Sonnenblocker. Der Regen trommelt noch immer auf’s Zelt. Heute ist mein Geburtstag und ich verkneife mir den Gedanken an Yes-Törtchen (https://www.youtube.com/watch?v=BF_RGrqQ3tI). Bald jedoch lässt der Regen nach und sogar die Sonne kommt heraus. Nur windig ist es geblieben. Wird kein Genusspaddeln heute. Bis Havelberge sind es zehn Kilometer. Mein Körper will schlafen, aber ich zwinge ihn auf den Fluss. Die Bewegung tut gut. Kurz vor der Stadt schüttet der Himmel alles aus, was er hat. Ich halte mich am Ufer unter einem Baum fest, lasse den Regen machen und tauche die Hand ins warme Havelwasser.

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Vor Havelberg

In Havelberg lege ich am Zeltplatz der Insel-Touristik an und überdenke meine Lage. Hier könnte ich aufhören. Die Havel ist geschafft, denn hinter der Stadt mündet sie in die Elbe. Wozu weiter durch Gegenwind und Regen? Andererseits möchte ich den Moment in die Elbe einzufahren nicht missen. Und im Moment regnet es auch nicht. Ich trinke meinen Tee bei der Zeltplatzrezeption aus, kaufe Sonnencreme (die ich jetzt wahrscheinlich nicht mehr brauche) und lege wieder ab. Um die Havelberger Insel herum biege ich in den Elbe-Havel-Verbindungskanal ein. Von der Schleusen-Hotline erfahre ich, dass es wegen Verkrautung leider nicht möglich ist, das letzte parallel zur Elbe verlaufende Stück Havel zu paddeln. Also durch die letzte Schleuse Havelberg, dann noch einen Kilometer durch den Kanal und ich bin an der Havelmündung. Von links kommend zeichnet sich klar die stärkere Strömung der Elbe im Zusammenfluss ab. Gegen den starken Westwind kämpfe ich mich in den größeren Strom. Dort, weiß ich, ist die Strömung stark genug, mich auch bei Gegenwind voranzutreiben. Sofort komme ich schneller voran. Doch der Wind peitscht die Wellen so auf, dass das Boot regelrecht herumgewirbelt wird, wenn ich nicht dagegen anpaddle. Bis zu 50km/h starke Böen schleudert er mir von schräg vorn entgegen. Windstärke 6. Hatte ich noch nicht. Auch mal etwas, was man erlebt haben muss, denke ich, um mich zuversichtlich zu stimmen. Am Ufer sehe ich, dass ich zwar alle Kraft aufwenden muss, aber gut voran komme. Nach der nächsten Biegung jedoch steuere ich direkt nach Westen und der Wind knallt mir frontal ins Gesicht. Die Wellen werden über einen halben Meter hoch und es ist Schwerstarbeit gegen sie anzukommen.

Irgendwann geht mir die Puste aus und ich lasse Wind und Fluss mit mir machen, was sie wollen. Das Boot stellt sich quer, parallel zu den Wellen, was eigentlich keine gute Idee ist. Die Luftschläuche des Faltboots geben ihm allerdings einen guten Auftrieb und es passt sich dem Auf und Ab der Wellen problemlos an. Die Strömung bringt mich sogar voran, wenn auch langsam. Triumpf! Ich mache es mir so bequem wie möglich, lasse den Strom für mich arbeiten und schaue den aufgeregten Zwergseeschwalben am Ufer zu. Irgendwann jedoch werden die Wellen so hoch, dass es zu riskant wird. Eine falsche Bewegung meinerseits und ich könnte kentern. Zwischen Schaumkronen und Wellentälern liegt hier und da ein Meter. Nur dann kein Problem, wenn ich das Boot frontal in die Wellen steuere.

Nach fünfzehn Kilometern weiß ich, dass ich nicht mehr lange durchhalten werde. Am rechten Ufer sehe ich ein paar hinter den Deich geduckte Dorfdächer. Gnevsdorf. Nur noch siebzehn Kilometer bis Wittenberge. Auf der Elbe normalerweise ein Katzensprung. Bei diesem Wetter und am Ende meiner Kräfte jedoch, keine Chance. Wenn es morgen auch so stürmt, beschließe ich, werde ich mich von Gnevsdorf aus nach Berlin durchschlagen. Irgendein Bus wird schon fahren.

Ich lande am gegenüberliegenden Ufer an. Weit geschwungene Ufersandbänke. Bei schönem Wetter perfekte Strände. Bei diesem zerrenden Wind allerdings nur nervig. Ich laufe ein ziemliches Stück, bis ich in einem Wäldchen endlich eine windgeschützte Stelle finde. Dort atme ich tief durch, setze mich in meinen Eckla-Wagen-Stuhl und starre eine Weile vor mich hin. Ich bin völlig am Ende. Der Wind scheint jeden klaren Gedanken weggeblasen zu haben. Ich stelle das Zelt mit Blick auf den Fluss auf, mache mir eine Trekkingmahlzeit warm und schlafe, das Tosen des Windes im Ohr, sofort ein.

 

TAG 4

Beim Aufwachen höre ich, der Wind ist noch immer da. Aber abgeschwächt, vielleicht nur Stärke 4. Die letzten Kilometer schaffe ich! Mal bei hohen Wellen wie gestern, mal fast bei Windstille, mal bei Sonnenschein, mal mit vom Wind zerfetztem Wasser – das Wetter spielt wieder mit mir. Heute jedoch bin ich ausgeruht und bei Kräften. Ich paddle gegen den Wind und singe Boat-Songs vor mich hin. Kurz vor der weißen Eisenbahnbrücke Wittenberges drischt mir der Wind noch mal alles was er hat entgegen. Doch die Sonne lacht und ich dem den Böen ins Gesicht.

In der geschützten Marina der Stadt bietet sich eine Slipanlage als Ausstieg an, oberhalb davon finde ich sogar eine Grasfläche zum Abbauen. Spaziergänger promenieren vorbei, schauen betont beiläufig, aber augenscheinlich fasziniert auf die verstreuten Bootsteile und die trocknende Haut. Bald ist wieder alles, was gerade noch ein fünf Meter langes Boot samt Beladung war, auf dem Rollwagen und im Rucksack verstaut. Ich laufe durch die hübsche Altstadt und die leider lieblos angemalte Plattenbau-Flaniermeile Wittenberges und bin zwanzig Minuten später am Bahnhof.

Im Zug der ODEG schnauzt die Schaffnerin mich mit Verweis auf den Faltbootkarren an, dass „sowas“ hier nicht transportiert werde. Auf meinen fragenden Blick hin zetert sie weiter, es würden transportiert: Fahrräder und Tiere! Aber „sowas“? Nein! Ich bin fassungslos. Offenbar glaubt sie, mit diesem undefinierbaren Gefährt könne es sich bei mir nur um einen Landstreicher oder etwas ähnlich Asoziales handeln. Sind Faltboote schon ein solches Kuriosum geworden? Irgendetwas in meinem Blick muss ihr jedoch zu verstehen gegeben haben, dass sie die Situation nicht einfach wegmeckern kann, so lässt sie mich gnädigerweise weiterfahren. Auf meine spätere Nachfrage bei der ODEG hin wird mir allerdings bestätigt, dass Faltboot-Transporte überhaupt kein Problem seien. Für’s nächste Mal habe ich das jetzt schriftlich.

Foto 17.06.17, 15 09 35

„Sowas“ wird nicht transportiert!

 

 

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