Ecuador: Galapagosinseln – Tag 4

Seekrank nach Isabella

 

Seekrank

Unser Hostal Posada del Caminante (30$) liegt wieder am äußeren Stadtrand. Doch hier in Puerto Villamil ist nichts weit weg vom Meer. Der Ort ist viel kleiner als Santa Cruz. Durch die ungeteerten Straßen, vorbei an einer Handvoll Läden, Restaurants und Tourbüros ist man gleich am Strand und türkisblauen Wasser des Süspazifik. Die Fahrt hierher (30$) hatte es in sich. Zwei Stunden lang gibg es in höllischem Tempo über die raue See mit ihrem meterhohen Wellen, die das winzige Boot ständig hart aufkrachen ließen. Ein Wackeln und Schaukeln, so dass man selbst Mühe hatte, aufrecht zu sitzen. Eine Familie am Heck döste auffällig benommen vor sich hin. Offensichtlich betäubt mit Tabletten gegen Seekrankheit. Daran hatten wir leider nicht gedacht, war eine zweistündige Überfahrt zwischen den Inseln doch eher etwas gewesen, worauf wir uns gefreut hatten. Nun kämpft Karo mit geschleudertem Magen und Benzingeruch in der Nase vorn im Bug, wo sie die vorbeirasenden Wellen nicht sehen muss,  mit der Übelkeit.

Brüllender Hund, riesige Babys und Flamingos

Angekommen legt sie sich erstmal auf die einzige nicht von Seehunden besetzte Bank und ist nicht ansprechbar. Ich möchte derweil ein Selbstauslöserfoto mit Seehund machen, setze mich neben ihn und werde prompt angebrüllt.

Auch hier gibt es eine Schildkrötenfarm. Sie ist etwas weitläufiger und informativer mit Schautafeln zum nestbau der Tiere und einer Lebenslinie von Mensch und Schildkröte. So haben sie, wenn bei uns mit sagen wir mal 85 Jahren Schluss ist, gerade mal etwas mehr als ein halbes Leben hinter sich. 150 Jahre und älter können sie werden. An der mauer der Außengehege drängen sich zig kleine Babyschildkröten. 30 cm „klein“ sind sie. Die ausgewachsene Schildkröte, die ich als Kind hatte, hatte wenns hoch kommt zwei Drittel ihrer Größe! Die Riesenbabys drängeln sie sich aneinander, schauen interessiert zu den Besuchern hinauf und kappeln sich bereits um Plätze in der frühen Rangordnung. Ein Guide, dem wir uns spontan anschließen, erzählt, dass der Parkservice Jäger aus Neuseeland anheuert, um mit Präzisionsgewehren von Hubschraubern aus die Ziegenpopulation der Insel auszurotten. Der von ihnen verursachte Pflanzenfraß, durch den sie in Konkurrenz zu den Schildkröten stehen, soll so beendet werden. Ambivalente Gefühle bei uns. Die Frage, ob der Erhalt einer seltenen Spezies wichtiger ist, als die Individuen einer invasiven Tierart.

Hinter dem Center staksen in der Abenddämmerung Flamingos im flachen Wasser eines kleinen Sees. Wir schlendern langsam durch die Dämmerung zurück ins Hostal. Dort angekommen versuche ich eine Stunde lang, Pastawasser zum Kochen zu bringen. Doch der Wind in der Außenküche ist ständig kurz davor, die Gasflamme auszublasen. Einen Moment lang überlege ich, die wild ums Hostal wuchernden Kirschtomaten für die Soße zu verwenden. Der Besitzer rät mir jedoch ab. „Los perros, sabes?“ Die Hunde sind überall.

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