Ecuador: Galapagosinseln – Tag 3

Über dem Abgrund

 

Schnorcheln in Gesellschaft

Gleich nach dem Aufstehen gehen wir runter zum kleinen Strand am Darwin-Center. Unten angekommen bemerke ich, dass ich idiotischerweise keine Kontaktlinsen eingesetzt habe und nehme ein Taxi (man denkt nicht lange darüber nacht bei 1$ pro Fahrt) zurück zum Hostel. Als ich wieder am Strand ankomme, schnorchelt Karo ein paar Meter vom Ufer entfernt. Direkt neben ihr schaukelt ein Pelikan auf den Wellen. Als sie auftaucht und ihn bemerkt, hyperventiliert sie fast. Weiter hinten schwimmen zwei Iguanas durchs Wasser. Den Kopf stoisch über die Wellen gereckt, der Schwanz gemächlich hin und her schlingernd, durchqueren sie die Bucht. Heißen ja nicht ohne Grund Meeresechsen. Die einzigen, die es weltweit gibt. Hier sind sie uns schon so vertraut, als gehörten sie an jeden Strand und jedes Ufer, wie Palmen und Sand. Am Ufer krabbeln roten Krabben umher, ein weiterer Pelikan hockt sich zwischen sie auf die schwarzen Felsen und zwischen unseren Füßen schweben dicke bläulich-orange schimmernde Fische. Es fällt schwer, das Wort „Paradies“ zu vermeiden.

Tiefblauer Abgrund

Wir fahren nach Las Grietas. Eine Felsspalte, in der sich Süß- und Salzwasser mischen. Vom Hafen geht es mit dem Lancha-Taxi (Wassertaxi, 1$) kurze fünf Minuten durch die Hafenbucht. An Land angekommen, sind wir nach einem kurzen Spaziergang durch einen  Baumkakteenwald da. Zwanzig Meter tief in der Schlucht steht das Wasser. Vielleicht achtzig Meter lang und sieben Meter breit. Von oben sehen wir einen Schwarm großer silbergrauer Fische. Jeder sicher einen halben Meter lang. Ganz sicher, ob wir ihnen im Wasser begegnen wollen, sind wir uns nicht. Eine Holztreppe führt hinab zum Wasser. Völlig still und ruhig steht es in der Schlucht. Wir sind die einzigen hier. Also, Schnorchelzeug an und hinein. Mir bleibt fast der Atem weg. Unter der Oberfläche tut sich ein tiefblauer, nicht endender Abgrund auf. Kein Boden ist zu erkennen. ich muss mich zwingen, ruhig zu atmen, während ich über diesem Abgrund schwebe. Um mich zu beruhigen hebe ich kurz den Kopf und schaue über das Wasser. Alles beschaulich und profan hier. Dann wieder der Blick ins Bodenlose. Langsam durchschwimmen wir die Spalte und sind plötzlich umgeben von dem Schwarm der großen silbrigen Fische, die Algen von der Felswand fressen. Ein langer blauschwarzer Aal schlängelt sich unter unseren Füßen entlang und weiter unten im diffusen Dunkelblau des Abgrundes nur schattenhaft ein riesiger dunkler Fisch. Wir schauen wie gebannt in der blitzenden Fischkörper, die uns umkreisen, schon wieder an der anderen Felswand, über und unter uns sind. Wir sind dankbar für diese Begegnung und dafür, den Moment für uns gehabt zu haben.

Im trüben Wasser der Schildkrötenbucht

An der Playa de los Alemanes in der Tortuga Bay hingegen ist das Wasser wieder aufgewühlt und trüb. Dann aber begenen mir doch zwei kleine Rochen! Gepunktet und diffus im Sandgewirbel des flachen Wassers. Vom Strand her gestikuliert Karo zu einer Stelle ein paar Meter neben mir. Ich schnorchele, sehe aber nicht weiter als zwanzig Zentimeter. Komme wieder hoch, da taucht zwei Meter neben mir der Kopf einer Meeresschildkröte aus dem Wasser. Große, tiefschwarze Augen in grauem Kopf mit gelber Musterung. Dann taucht sie gleich wieder unter. Kurz noch ist ein Stück des Panzers an der Wasseroberfläche zu sehen, dann ist sie weg.

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